Ein Blick in die Geschichte (144): Frühes Fliegerfoto zeigt Altstadt im Jahr 1921

Dieses Foto – Bremen-Altstadt – ist eines der ersten Fotos, das während eines Fluges von einem Flugzeug aus aufgenommen wurde. Für fast alle Fotos, die man bisher gemacht hatte – besonders beliebt: das Weserpanorama mit Blick auf die Stadt – war der Standort das Wasserwerk („umgedrehte Kommode“) auf der Werderseite gewesen. Es hatte schon früher Versuche gegeben, von Luftfahrzeugen, Ballons, Raketen, usw. aus zu fotografieren. Doch Luftaufnahmen aus einem Flugzeug heraus, das war eine ganz neue Methode.

Den Weg bahnten die Gebrüder Wright mit dem ersten gesteuerten Motorflug im Jahr 1903. Nachdem sich Flugzeuge auch im Ersten Weltkrieg bewährt hatten, durften sie nach dem Versailler Vertrag von 1919 in Deutschland nur friedlich genutzt werden. Auch der 1913 genehmigte Flughafen am Neuenlander Feld stand wieder zur Verfügung.

Schrägaufnahme von Bremen-Altstadt

Dieses Foto der Altstadt wurde von der DLR – Deutsche Luft-Reederei – als Nummer 2164 in den Handel gebracht. Es ist ein Schrägfoto oder auch eine Geneigtaufnahme, die eine plastische Vorstellung von der Stadt mit seinen Häusern, Straßen usw .vermittelt. Die DLR hat ab 1921 in ganz Deutschland fotografiert.

Im Vordergrund verläuft die Tiefer (davor gelagert die Lagerschuppen mit den Arkaden). Das ist die Straße, die an der Weserseite den Osterdeich über die Martinistraße mit der Schlachte verbindet. Als ganz markantes Bauwerk ist der altstadtseitige Teil der Großen Weserbrücke (gebaut 1895) zu sehen.

Als Fixpunkt ist ganz rechts im Hintergrund Dom auszumachen. Links unten ist die Aufnahme durch die St. Martini-Kirche begrenzt. Der Betrachter sieht außerdem eine Anzahl Straßen mit Häusern. Bei genauer Auswertung zeigt sich, dass fast alle dieser Straßen vom Namen her noch vorhanden sind. Meist sind sie jedoch neu bebaut oder aber verbreitert worden, wie z.B. die Balgebrückstraße.

von Peter Strotmann

Von ganz oben: Fliegeraufnahme der Bremer Altstadt von 1921.
Quelle: Peter Strotmann

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