Diele Haus Nummer 32, um 1890
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

Von den ehemals 43 Gebäuden der Wachtstraße ist nur ein Haus übrig

Vor etwa 1895 war die Wachtstraße beidseitig von der Marktstraße bis zur Weser bebaut. Heute ist das Wohn- und Geschäftshaus Wachtstraße 32 das einzige Kontorhaus an der Wachtstraße, das von der alten Bebauung übrig geblieben ist. Genau genommen wurden 1990 jedoch nur die übrig gebliebenen alten Fassadenteile in einem Teil der Fassade eines neuen Hotels vorgesetzt.

Die Verluste an Bauwerken in der Wachtstraße

Im wesentlichen hat es drei große Verluste an den vorhandenen Gebäuden gegeben, und zwar:

1893 bis 1895

beim Bau des Altstadt-Zufahrt zur Großen Weserbrücke

1898

beim Abbruch der kompletten östlichen Straßenseite, um die Baumwollbörse (1901 bis 1902) zu erbauen

1940 bis 1945

bei den Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges.

Ein Platz für Finanzgeschäfte: das Gebäude als Heimstatt der Bremen-Amerika-Bank, um 1935.
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

Die Geschichte des Hause Wachtstraße 32

Sie wird hier in Kurzform dargestellt. Um 1770 wurde das Haus Wachtstraße 32 für einen Kaufmann als Wohnhaus mit Kontor erbaut.

Wahrscheinlich war das Grundstück schon vor 1770 bebaut, aber darüber gibt es keine Belege mehr in der Bauakte. 1881 werden zwei Ausluchten durch Schaufenster ersetzt. 1897 entsteht eine Durchfahrt zum Hof. Bereits 1815 eröffnet H.F. Finke Eisenwaren (gegründet 1810) hier ein Kontor samt Lager. Auf Drängen von Ludwig Roselius, dem Erbbauer der Böttcherstraße, erfolgt 1918 der Umzug der Firma zum Buntentorsteinweg.

In den Jahren 1923/24 findet ein Umbau durch die Architekten Runge & Scotland als Haupteingang für die Bremen-Amerika-Bank statt. Es werden verändert: die Geschosshöhen, die Fassade wird um 2,90 Meter erhöht, alle Fenster und Türöffnungen werden erneuert (Sandsteineinfassungen), die Fassade wird im Stil der Böttcherstraße ausgemauert, die Innenräume werden neu aufgeteilt.

Es bleiben: Der Sandsteinschmuck des Giebels mit Vasen und Voluten und seine Bekrönung mit einem Segmentbogen.

Neue Nutzung: Wachtstraße 32 mit Foto Bischoff, um 1960.
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

Bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg, insbesondere dem 137. Luftangriff vom 6. Oktober 1944, bleibt das Haus erhalten.

Die Nachkriegsgeschichte: 

1953

KLM-Fluggesellschaft eröffnet ein Büro.

1957

Willi Wiechern eröffnet ein Elektrofachgeschäft.

1959

Foto Bischoff (Fobi) eroffnet einen Fotogeschäft und bleibt bis Anfang der 1980er dort. Dann erfolgt der Umzug zur Balgebrückstraße 18.

1973

wird das Wohn- und Geschäftshaus in die Bremer Denkmalliste aufgenommen.

1990

Gegenstand scharfer Kritik: Der heutige Zustand.
Foto: Peter Strotmann

Der rückwärtige Eingang zur Böttcherstraße wird geschlossen (Atlanticpassage) und das Haus wird in das Scandic-Crown-Hotel integriert. Allerdings wird dem Neubau nur die Fassade des Altbaus wieder vorgesetzt.

Baukritik zur vorgesetzten Fassade:

Der Weser-Kurier schreibt dazu in einem Artikel vom 6. Oktober 1990:

Man sollte den Architekten die halbherzige Rekonstruktion der Fassade des Altbaus Wachtstraße 32 vorwerfen. Nachdem der Bau dem Hotel weichen musste, soll nur die Fassade, vorgeblendet in alter Form, wieder entstehen. Dabei wurden die geborgenen Bauelemente mit Industrieziegeln so vereint, dass eine traurige Mischung aus alt und neu entsteht. Man spürt geradezu die Abneigung der Architekten, die der Fassade keinen Wert beimaßen, lieber auf sie verzichtet hätten. Dabei hätte das letzte giebelständige Gebäude der Wachtstraße als eine historische Zäsur gewirkt, als Beleg einer langen Tradition der Kontorstraße. So bleibt nur eine traurige Reminiszenz an den abgetragenen Altbau.

von Peter Strotmann

Hübscher Anblick: Straßenansicht von rechts nach links: Nummer 31 bis 34, nach 1900
Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

Cover_Pizarro

Würdigung einer Legende

Pizarro

Claudio Pizarro hat Werder Bremen geprägt wie kein zweiter Fußballer: er hat die meisten Tore geschossen, er hat sie vor allem verteilt in vier Jahrzehnten geschossen. An Superlativen mangelt es bei ihm nicht. Doch nun ist endgültig Schluss, der Peruaner beendet im Alter von 41 seine aktive Karriere. Grund genug, zurückzublicken auf eine einmalige Zeit, auf Höhepunkte, auf sein Leben, seine Herkunft und die besonderen Pizarro-Momente.

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