Blick in die Geschichte (100): Das Tivoli-Café war früher ein beliebter Treffpunkt mit großzügigem Terrassen- und Gartenbereich

Schon längst vorbei war die große Zeit des Tivoli-Cafés (auch: Tivoli-Garten), als dieses Foto im Herbst 1950 aufgenommen wurde. Dabei war es früher einmal ein äußerst beliebtes Lokal in Bremen gewesen, vor allem der großzügige Terrassen- und Gartenbereich fand viel Anklang bei den Gästen. Zumal der auch noch für Konzerte genutzt wurde, zahlreiche Musikkapellen spielten im Sommer im Tivoli-Café auf. Nicht umsonst war auf einer Ansichtskarte von 1916 auch von einem Konzertgarten die Rede.

Errichtet wurde das langgestreckte Bauwerk mit dem charakteristischen Eckbereich kurz vorm Ersten Weltkrieg als Ergänzung zum benachbarten Tivoli-Theater, dem Vorgängerbau des heutigen Gewerkschaftshauses.

Als „Volksgarten“ konnte der Standort an der Weide (damals noch „An der Viehweide“) auf eine gewisse Tradition zurückblicken, seit 1849 gab es dort ein Sommertheater mit Operetten, Possen und Lustspielen. Sehr anschaulich berichtet der Schauspieler August Junkermann in seinen Memoiren, wie er bei seinem Engagement den Direktor im Garten beim Spülen antraf – und der im schönsten Bremer Platt sagte: „Ah, kick mol, Du büst woll Junkermann? Na, dat freut mi bannig!“ Vielleicht kein Zufall, war Direktor Diedrich Heinrich Lührs doch gleichzeitig Wirt des Schützenhofs in der Neustadt. Des Schauspielers leicht indignierter Kommentar dazu: „Das Reelle liebt Bremen nun einmal, so auch in seinen Direktoren.“

Aus dem eher provisorischen Zuschauerraum mit Glasdach und Windschutzwand ging später das Theatergebäude hervor. Gleich zweimal wurde es 1876 und 1890 ein Raub der Flammen und danach durch einen Neubau ersetzt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Tivoli-Theater nicht: Bereits im März 1941 wurde es beschädigt und im März 1945 komplett zerstört. Mehr Glück hatte das Tivoli-Café direkt nebenan, wenn auch die nahen Einschläge das Gebäude in seinen Fundamenten kräftig erschütterten. Das blieb nicht ohne Folgen, in den frühen Nachkriegsjahren begann die Fassade immer weiter abzusacken. Doch eine Zukunft hatte das Tivoli-Café ohnehin nicht mehr. Im August 1957 rückte man dem Tivoli-Café mit Spitzhacken zu Leibe, auch weil es schon andere Pläne für den Bereich gab.

Nur ein paar Meter entfernt wurde 1962 ein gewaltiges Bürogebäude mit 16 Etagen aus dem Boden gestampft, das Tivoli-Hochhaus. Einzig dessen Namen erinnert noch an die glanzvolle Vergangenheit.

Den früheren Standort des Tivoli-Cafés „ziert“ heute der Erweiterungsbau des Gewerkschaftshauses, ein nüchternes Nachkriegsgebäude von 1958. Die Straße Auf der Brake, die damals an der Weide mündete, wurde bei der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes kurzerhand gekappt – sie existiert nur noch als Stummel zwischen Schillerstraße und Breitenweg.

Quelle: Staatsarchiv Bremen

Tivoli-Cafe 1950

Cover_Pizarro

Würdigung einer Legende

Pizarro

Claudio Pizarro hat Werder Bremen geprägt wie kein zweiter Fußballer: er hat die meisten Tore geschossen, er hat sie vor allem verteilt in vier Jahrzehnten geschossen. An Superlativen mangelt es bei ihm nicht. Doch nun ist endgültig Schluss, der Peruaner beendet im Alter von 41 seine aktive Karriere. Grund genug, zurückzublicken auf eine einmalige Zeit, auf Höhepunkte, auf sein Leben, seine Herkunft und die besonderen Pizarro-Momente.

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