Ein Blick in die Geschichte (172): Ansichtskarte von 1972 zeigt Zustand kurz nach der Umgestaltung

„Ach, das waren noch Zeiten“, mag der eine oder andere beim Anblick dieser Ansichtskarte aus dem Jahre 1972 denken. „Da erinnere ich mich noch gut dran.“ Im Jahre 1969, also vor 48 Jahren, wurde der Bahnhofsplatz in diesen Zustand gebracht.

Es war das gleiche Jahr, als auch die Hochstraße Breitenweg und der Rembertikreisel in Betrieb gingen. Jetzt wurde auch der Bahnhofsplatz „auf Großstadt“ umgestaltet.

Der Bahnhofsplatz aus der Vogelperspektive im Jahr 1928: oben der Hauptbahnhof, unten das Breitenwegbad mit seinem auffälligen Schornstein.
Quelle: Staatsarchiv Bremen

Zwei Bussteige gab es für den stadtauswärts gerichteten Busverkehr. Die Busse querten, von der Bahnhofstraße kommend, die Fußgängerfläche fast diagonal. Deshalb war der Werbeturm „Opelturm“ bereits im Jahre 1967 beseitigt worden. Für den stadteinwärts gerichteten Busverkehr gab es jetzt ebenfalls zwei Bussteige am Bahnhofsplatz. Damit war für die Bus- und Straßenbahnlinien am Hauptbahnhof eine sogenannte „Drehscheibe“ entstanden.

Auffallend sind die Fußgängerflächen, die in einem geometrischen Muster mit schwarzen und weißen Betonplatten gepflastert sind. Das entsprach dem Stil der Zeit: Hosen mit Schlag, das kleine Schwarze und Waschbeton.

Wie die Werbeschriften am Haus links zeigen, gab es noch Ronning Kaffee, Onko Kaffee und Nordmende. Außerdem sechs Telefonzellen, den ZOB vor dem Überseemuseum, sowie das Bali-Kino im Bahnhof und vieles mehr. Und dann existierten noch viele PKW-Parkplätze vor dem in blau gestrichenem Gebäude des ehemaligen Lloydbahnhofs (heute: Neubau Intercity-Hotel). Die ganze „Pracht“ hat bis 1999 bestanden. Dann wurde der gesamte Bahnhofsplatz wieder umgestaltet.

von Peter Strotmann

Platz ohne Ende: der Bahnhofsplatz auf einer Ansichtskarte von 1972.
Quelle: Peter Strotmann, Schwachhausen-Archiv

Mein Bremen 1945-1967
– Teil 2

Aufbau, Aufbruch
und starke Frauen

Der 5. Band unserer Magazinreihe „Mein Bremen“ zeigt den Aufbruch und Stolz der bremischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 bis 1967. Der 2. Band dieses Zeitraums lebt erneut von Fotos aus den Privatbeständen der Leserinnen und Leser des WESER-KURIER, die Einblicke in die spannende Zeit des Wiederaufbaus geben. Eine wichtiges Thema ist die Rolle der Frau, die sich besonders verändert hat, was schon die selbstbewusste junge Frau auf dem Titelblatt symbolisiert.

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