Die ehemalige Bedürfnisanstalt heute: Ausstellungs-Pavillon am Gerhard-Marcks-Haus.
Foto: Peter Strotmann

Aus der Geschichte der Bremer Bedürfnisanstalten: Das Häuschen am Gerhard-Marcks-Haus 

Die Gerhard-Marcks-Stiftung wurde in Bremen zur Bewahrung eines Großteils des Lebenswerkes von Gerhard Marcks (1889 bis 1981) errichtet. Nach einem Umbau und Erweiterung der ehemaligen Ostertorwache (Am Wall 208) war 1971 das Gerhard-Marcks-Haus geschaffen, um die circa 430 Plastiken, 12.000 Handzeichnungen und über 1.000 Blatt Druckgrafik aufzunehmen. Von Zeit zu Zeit werden seine Werke in Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt.

Die besondere Beziehung von Gerhard Marcks zu Bremen liegt wohl in seinem berühmtesten und meist fotografierten Werk, nämlich der 1951 geschaffenen, etwa zwei Meter hohen Skulptur der Bremer Stadtmusikanten.

Das Gerhard-Marcks-Haus und das Toilettenhäuschen

„Good luck“: Die Bremer Stadtmusikanten sollen Glück bringen.
Foto: Peter Strotmann

Aber um mehr Werke von Gerhard Marcks und Objekte anderer Künstler auszustellen, brauchte man mehr Platz. So wurde von 1990 bis 1991 ein Umbau und eine Erweiterung des Gerhard-Marcks-Hauses durchgeführt. Als besonderer „Bonbon“ kam noch das ehemalige Toilettenhäuschen hinzu. Nachdem es in den 1970ern geschlossen wurde, stand es ungenutzt links vom Gerhard-Marcks-Haus herum. „Museum im Klo“, schrieben die Verdener Nachrichten am 23. Dezember 1989.

Doch die Planer waren zuversichtlich, dass von der alten Nutzung anschließend nichts mehr zu sehen und zu riechen sei. Das Gebäude selbst war in gutem Zustand. Um 1900 erbaut, hat es dicke Mauern, einen an das Haupthaus angepassten Dreiecksgiebel und ein Kreuzwalmdach. Im Januar 1991 wurde das ehemalige stille Örtchen als Ausstellungs-Pavillon mit einer Fläche von 25 Quadratmetern eröffnet. Damit hatte die ehemalige öffentliche Bedürfnisanstalt eine neue Zukunft erhalten.

von Peter Strotmann

1971 war das Toilettenhäuschen am Goetheplatz noch in Betrieb,
links: Eingang Frauen, rechts: Eingang Männer mit Männerstand.
Quelle: Staatsarchiv Bremen

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