Vor 50 Jahren

„Holiday on Ice“ kommt wieder – noch glänzender, noch teurer, noch aufwendiger soll die neueste Schau der weltgrößten Eisrevue sein, die vom 17. bis zum 24. November in der Stadthalle Europa-Premiere feiert. Man weiß, was man den Bremern schuldig ist, schließlich ist „Holiday“ hier schon seit Jahren Stammgast. In Zürich zusammengestellt, rollt seit gestern die Show an – in 19 Containern. Klar, daß man wieder mit bekannten Namen kommt: Sjoukje Dijkstra, Joan Haanappel und Wolfgang Schwarz, um nur einige zu nennen. Alles in allem 75 Eisläufer und Künstler, die der pompösen Szenerie Glanz verleihen (WESER-KURIER, 13. November 1970)

Hintergrund

Wenn die Eisshow „Holiday on Ice“ durch Europa tourt, zählt regelmäßig auch Bremen zu den Stationen. Möglich wurde ein Gastspiel an der Weser allerdings erst, als die Hansestadt mit einem passenden Veranstaltungszentrum aufwarten konnte. Mit der Eröffnung der Stadthalle am 31. Oktober 1964 war es so weit: Nur zwölf Tage später feierte das amerikanische Spektakel seine Bremen-Premiere in der Stadthalle, knapp zwei Wochen gastierte die Show auf der Bürgerweide. Schon damals mit von der Partie: die frisch gebackene Olympiasiegerin Sjoukje Dijkstra. Noch bis 1972 gehörte die niederländische Eiskunstläuferin zum Aufgebot von „Holiday on Ice“.

Die Anfänge der erfolgreichen Eisshow reichen zurück bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Als bescheidene Hotelshow wurde „Holiday on Ice“ erstmals im Dezember 1943 in Toledo aufgeführt, der Großstadt im US-Bundesstaat Ohio. Die Eiskunstläufer traten eine Woche lang in der „Holiday Season“ der Weihnachtsferien auf – davon leitet sich die Bezeichnung „Holiday on Ice“ ab.

Schon bald erwies sich die Kombination aus klassischem Eiskunstlauf und bunten Showelementen als Publikumsmagnet. Innerhalb weniger Jahre sprengte „Holiday on Ice“ die nationalen Grenzen, der Sprung auf den europäischen Kontinent glückte 1951. Die erste Darbietung in Deutschland ging im Dezember 1951 in Frankfurt/Main über die Bühne. Seither entwerfen die Macher jedes Jahr ein neues Programm, das weltweit regelmäßig mehr als eine halbe Million Menschen anlockt. Neben der heute 78-jährigen Sjoukje Dijkstra zählte im November 1970 mit Wolfgang Schwarz auch der österreichische Olympiasieger von 1968 zum Star-Ensemble. In späteren Jahren sorgte Schwarz allerdings auch als Krimineller für Schlagzeilen: Erst wurde er wegen Mädchenhandels verurteilt, dann wegen der versuchten Entführung einer rumänischen Millionärstochter. Bis 2014 saß der einstige Eiskunstläufer hinter Gittern.

Die nächste Show in Bremen sollte eigentlich im Februar 2021 stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber gestrichen. Unter den aktuellen Bedingungen könne man die Tour 2020/21 „weder ausreichend vorbereiten noch deren Aufführung garantieren“, sagt Peter O’Keeffe, Produzent von „Holiday on Ice“. Nun müssen sich die Fans bis zur Saison 2021/22 gedulden. Immerhin stehen die Termine für die „New Show“-Tour durch 23 deutsche Städte schon fest: In Bremen gastiert „Holiday on Ice“ vom 23. bis 27. Februar 2022.

Seit 1964 gastierte „Holiday on Ice“ regelmäßig in der Bremer Stadthalle. Unter dem Motto „Fairy Tales“ stand die Eisshow im November 1970.
Foto: Klaus Sander

Mein Bremen

Die Stadt in Bildern von 1968-1983, Teil 3

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