Ein Blick in die Geschichte (60): Blick in die Hutfilterstraße im Jahr 1897

Geradezu gemütlich wirkt die Hutfilterstraße auf dieser Aufnahme von 1897. Die Wohn- und Geschäftshäuser sind überwiegend zwei- oder dreigeschossig, teils stammen sie noch aus der Biedermeierzeit. Im Hintergrund beherrscht der im Zweiten Weltkrieg eingestürzte Turm der St. Ansgarii-Kirche die Szene.

Doch mit der Gemütlichkeit sollte es bald vorbei sein, nur wenige Jahre später hielt die Großstadt Einzug. Klassizistisch geprägte Häuser verschwanden zusehends aus dem Stadtbild, an ihrer Stelle schossen deutlich größere, historistische Prunkbauten aus dem Boden. So auch an der Ecke Hutfilterstraße/Kaiserstraße (heute Bürgermeister-Smidt-Straße), wo beide Eckhäuser noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs viergeschossigen Neubauten weichen mussten.

Eine Entwicklung, die mit der Umgestaltung der Brill-Kreuzung zu tun hatte: Erst 1902 erlangte der Brill seine heutige Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt im westlichen Altstadtbereich. In diesen Jahren machte Bremen einen rasanten Wandel durch, in der Phase einer allgemeinen Hochkonjunktur siedelten sich zahlreiche neue Fabriken an der Weser an.

Das blieb nicht ohne Folgen für die Einwohnerzahlen: Zählte die Stadt 1895 noch 141. 133 Köpfe, so waren es 1910 bereits 247.437 – ein Plus von 75,3 Prozent in gerade einmal 15 Jahren! Doch nicht alles ändert sich: Man beachte die Aufschrift „Adler-Apotheke“ am linken Eckhaus – am nahezu identischen Standort befindet sie sich noch heute.

Mein Bremen 4

Mein Bremen

Die Stadt in Bildern von 1945-1967, Teil 4

Bremen und der Wiederaufbau: Der vierte Band unserer Reihe „Mein Bremen“ beschreibt in Bildern und kurzen Geschichten die Zeit von 1945 bis 1967 von den Aufräumungsarbeiten bis zur Zeit des Wirtschaftswunders. Die erste Meisterschaft von Werder Bremen, der Bau von Trabantenstädten und wie die Häfen zum Motor der Stadt wurden, sind weitere Themen. Dazu zeigen wir viele bisher unveröffentlichte Fotos aus den Stadtteilen und aus den Privatarchiven unserer Leserinnen und Leser.

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