Gaststätten-Lexikon: Gastronom Karl Gerstorff hatte ein Faible für Helgoland

Im sogenannten Opelturm eröffnete der Gastronom Karl Gerstorff 1952 das Fischrestaurant „Fischerhaus Helgoland“. Die Gasträume waren in Helgoländer Art und Farben gestaltet. Die Bedienung trug Helgoländer Tracht.

1955 entstand in der ersten Etage eine altdeutsche Tanzgaststätte. Diese war ebenfalls in Helgoländer Farben gehalten. Das Gebäude wurde nunmehr zum „Haus Helgoland“ und 1958 zu „Karlchens Ball Paradox“. 1962 eröffnete die Tanzgaststätte zum „Ball der einsamen Herzen“.

Der Bremer Architekt Heinz Stoffregen hatte den im Volksmund sogenannten Opelturm 1925 errichtet, ein Ausstellungsgebäude für Opel-Automobile mit einer besonders auffälligen Leuchtreklame auf dem Dach. 160 Großplakate konnten hier nachts abwechselnd gezeigt wurden – eine im damaligen Deutschen Reich völlig neue Methode der Produktwerbung. Später wurden die beweglichen Reklametafeln abmontiert und die Räume von einem Tanzcafé genutzt.

Nach dem Ende der gastronomischen Nutzung diente der Opelturm verschiedenen Behördenstellen als Unterkunft. Im Spätherbst 1967 wurde das Bauwerk abgerissen, um freie Bahn zu haben für die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes.

von Peter Strotmann

Schon keine Augenweide mehr: der Opelturm um 1965. Quelle: Augenblicke Bremen gestern und heute, Edition Temmen

Von Anbiet bis Zuckerklatsche

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