Name: Badeanstalt am Hodenberger Deich

Fluss: Weser

Art: Badeanstalt

Inhaber: Oberneulander Badeverein

von/bis: 1903 bis unbekannt

2015: nicht mehr genutzt

Kartenansicht des Schwimmbadgeländes. Quelle: openstreetmaps

Kartenansicht des Schwimmbadgeländes.
Quelle: OpenStreetMap – Veröffentlicht unter https://opendatacommons.org/licenses/odbl/

Als um 1900 allerorts der Wunsch aufkam, in Flüssen und Seen zu baden und sich Schwimmvereine gründeten, da regte es sich auch in der 1888 vereinigten Bremer Landgemeinde Oberneuland-Rockwinkel: Hier muss auch Bad her.

Drei Intiatoren waren es, die 1903 den Oberneulander Badeverein gründeten, und zwar

  • Heinrich Fischer, Vorsteher des Hartmannhofes (heute Hermann-Hildebrand-Haus) in Rockwinkel, einer Mädchenrettungsanstalt,

  • Heinrich Ludwig Müller, Oberlehrer an der Schule in Rockwinkel

  • und Johann Behrens, ein Schenkwirt und Briefträger aus Oberneuland.

Am Hodenberger Deich 41, hinter der Schenke von Johann Behrens, pachtete man ein Grundstück direkt am Deichschlot und hob mit Hilfe der Vereinsmitglieder ein Schwimmbecken von 50 mal 15 Metern aus. Die maximale Wassertiefe betrug 1,80 Meter. Auch ein abgeteilter Nichtschwimmerbereich und zwei Sprungbretter waren vorhanden. Die Wasserversorgung, mit Schotten geregelt, kam aus dem Deichschlot. (Dieser Wasserlauf war Teil einer ehemaligen äußeren Bremer Verteidigungslinie. Heute wird der Deichschlot genutzt, um den Wasserstand im Gebiet zu regulieren.)

Die Badeanstalt, erreichbar mit einem Steg über den Deichschlot, beaufsichtigte Johann Behrens. Badekabinen und Toiletten kosteten den Badegästen zehn Pfennig, für Lehrlinge und Kinder war es kostenlos. Den Unterricht erteilten ein männlicher und ein weiblicher Schwimmlehrer.

Damit hatte Oberneuland-Rockwinkel ab 1903 sein Schwimmbad. Von der einheimischen Landbevölkerung, aber auch von Tages- und Feriengästen aus dem Bremer Stadtgebiet wurde es in den Sommermonaten gerne besucht. Auch die bremischen Schwimmvereine waren eifrige Benutzer dieses Schwimmbassins, denn hier konnten sie trainieren und Wettkämpfe austragen. Beispielsweise veranstaltete der „Schwimmverein Poseidon von 1892“ hier 1908 ein „Nationales Propaganda Schwimmfest“, „um der Landbevölkerung das Schwimmen vor Augen zu führen und dieselbe dafür zu gewinnen“.

Heute kaum noch als frühere Badeanstalt zu erkennen: das Areal heute. Foto: Peter Strotmann

Heute kaum noch als frühere Badeanstalt zu erkennen: das Areal heute.
Foto: Peter Strotmann

Von einem Todesfall sei auch noch zu berichten. Der Zimmermeister Hermann Döhle starb am 22. Juni 1920 im Oberneulander Bad an einem Schlaganfall.

Wie lange diese Oberneulander Badeanstalt genutzt wurde, verliert sich in der Geschichte. Das Schwimmbecken ist heutzutage noch erhalten und kann jederzeit in seiner idyllischen Lage besichtigt werden. Der Eingang ist an der Brücke zum „Kurgebiet“ am heutigen, aber zur Zeit leider geschlossenen Ausflugslokal, „Hodenberger Diele“.

Jung, aber mit viel Geschichte

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