Das Wetterschutzdach am alten ZOB, erbaut 1952.
Quelle: bzb

Ein Blick in die Geschichte (160): der ZOB zwischen 1952 und 1999

Der Weser-Kurier berichtete am 30. August 2017 über den von vielen Seiten gewünschten Zentralen-Omnibus-Bahnhof (ZOB) für Fernbusse, der in der Nähe des Hauptbahnhofs liegen sollte. Der Grundstückseigentümer erläutert, dass er der Stadt vor zwei Jahren ein Angebot für den Verkauf oder Verpachtung seines hinter dem Überseemuseum liegenden 10.000 Quadratmeter großen Areals gemacht habe. Doch die Baubehörde soll bisher nicht darauf geantwortet haben, sondern Gutachten über Gutachten eingeholt haben. Diese entgegnet, dass es seinerzeit weder ein Verkehrskonzept noch einen städtebaulichen Plan gegeben hätte. Jetzt sei man bereit, beide Parteien wollen in Kürze zu Gesprächen zusammenkommen.

Die Sehnsucht nach dem alten ZOB vor dem Überseemuseum

Immer wieder wird in Leserbriefen oder in Gesprächen gesagt, man möge doch die Grünfläche vor dem Überseemuseum wieder zum ZOB machen. Und zwar so, wie er bis 1998/99 bestanden hat. Die Grünfläche mache doch seit Anbeginn keinen guten Eindruck. Bei gutem Wetter wird dort gerne „abgehangen“. Der Architekt Max Dudler ließ an diesem Standort kürzlich zwei Musterfenster aufstellen, um einen Eindruck des Bauvorhabens City-Gate zu vermitteln.

Direkt am Bahnhof sei doch die ganze Infrastruktur vorhanden. Der Bahnhofsvorplatz, der eine schrecklich öde Steinwüste sei, könne doch wieder mit einem Unterstand für die wartenden Busreisenden aufgewertet werden.

Ungewohnte Perspektive: Blick durch das Wetterschutzdach auf den ZOB, Foto von 1953. Das „Hotel zur Post“ ist noch eingerüstet, es wurde am 29. Mai 1953 eröffnet.
Quelle: Staatsarchiv Bremen

Die Geschichte des ZOB vor dem Überseemuseum

Der ZOB vor dem Überseemuseum wurde am 15. November 1952 dem Verkehr übergeben. Die Bauzeit betrug etwa drei Monate. Dazu entstand an der Kopfseite ein Wetterschutzdach für die wartenden Fahrgäste, mit einem Raum für Auskünfte und den Fahrkartenverkauf, sowie ein Kiosk. Doch schon 1952 wurde angemerkt, dass dieses Wetterschutzdach wenig Schutz vor Regen und Sturm bot. Deshalb wurde erwogen, noch eine Glaswand zu bauen.

Mit dem Umbau des gesamtes Bereiches vor dem Bahnhof in den Jahren 1998/99 wurden drei Teil-Busbahnhöfe gebaut, und zwar

  • Die Grünfläche vor dem Überseemuseum: Der Architekt Max Dudler ließ hier zwei Musterfenster fürs City Gate aufstellen.
    Foto: Peter Strotmann

    2 mal 4 Bussteige für den regionalen Linienverkehr (bei den Straßenbahn- und Bushaltestellen der BSAG) Kennzeichen G bis j und K bis N

  • ZOB: vier Bussteige (Nummer 1 bis 4) für Reisebusse (vor dem Cinemaxx)
  • ZOB: fünf Bussteige (6,7,8,10,11) für die Fernlinien am Breitenweg („um die Ecke vom Hauptbahnhof“)

Damit hatte der alte ZOB ausgedient, wurde in den Jahren 1998/99 abgebrochen und durch eine Grünanlage ersetzt.

Der noch ältere ZOB

Bevor der ZOB 1952 vor dem Überseemuseum eröffnete, hatte es schon einen sogenannten Omnibusbahnhof gegeben. Der Standort war vor dem Empfangsgebäude für den Auswandererverkehr des Norddeutschen Lloyds. Das Gebäude ist inzwischen abgerissen, dort steht jetzt das Intercity-Hotel. In einem Bericht im Weser-Kurier vom 10. April 1953 wurde darauf hingewiesen, dass das Schild „Omnibusbahnhof“ noch immer am alten Standort sei, aber schon längst hätte entfernt werden müssen, da der neue ZOB doch schon seit Monaten in Betrieb sei.

von Peter Strotmann

Ein Bus neben dem anderen: Blick auf den damaligen ZOB im Jahr 1953.
Quelle: Staatsarchiv Bremen

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